
Bringe Ordnung in dein Zuhause
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Familien stürmen ihre Häuser und Wohnungen. Arbeiten sich von Zimmer zu Zimmer, durch Berge von Kleidern, Erinnerungen und mit den Jahren angesammelten Gegenständen. Um eins zu Erreichen: Leichtigkeit und Glück.
Spätestens seit Marie Kondo mit ihrem „Ordnugnswahnsinn“ auf Netflix unsere Wohnzimmer erobert, ist das Thema in aller Haushalte. Ordnung erhält somit eine ganz neue, tiefere Bedeutung. Aber was steckt wirklich hinter der Trendwelle und mit welchen Aufräum-Tricks, kann der Entscheidungsprozess beim Kauf einer Immobile massgeblich beeinflusst werden?
Wir haben uns auf die Suche gemacht und uns mit Ordnungscoach Karin Stäbler in Zürich getroffen. Ein in Europa noch nicht weit verbreiteter und teils gar unbekannter Beruf. Es mag für den ein oder anderen vielleicht doch sehr aussergewöhnlich klingen. Tatsächlich hilft sie jedoch Privatpersonen und Familien in ihren kleinen und grossen Haushalten Ordnung zu schaffen. Die Idee kam Karin vor rund 5 Jahren. Wir haben nicht schlecht gestaunt, als sie sagte, dass Ordnung und Ausmisten zu ihren grössten Leidenschaften zählen. Wo unsereins sich häufig in die Prokrastination begibt, geht ihr das Herz auf. „Ich finde den Prozess so befreiend“, sagt Karin im Interview. Nachdem sie immer wieder in ihrem privaten Umfeld ausgeholfen und seitdem mehr und mehr Anfragen erhält, entschliesst sie sich schlussendlich dazu, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. „Ich möchte in anderen das Bewusstsein für ihr Zuhause wecken. Mit hilfreichen Tipps und Tricks unterstützen, dass man überhaupt den Anfang findet.“, so Karin. „Denn das ist meist das grösste Problem. Man sammelt mit den Jahren so viel an, dass man irgendwann den Überblick verliert und garnicht erst anfängt. Das führt schlussendlich zur Frustration und kann langfristig ganz schön unglücklich machen.“
Karin hat eine Ausbildung als Coach und steckt gerade mitten in der Weiterbildung zur Feng Shui Beraterin. An Feng Shui fasziniert sie besonders, dass es auf jeden individuell angepasst angewendet werden kann. Es gibt hier kein ideologisches Vorgehen. „Bei Feng Shui, haben die meisten als Sinnbild sofort den asiatischen Drachen vor Augen. Das hat aber nichts mit Feng Shui zu tun. Mag sein, dass es bei dem ein oder anderen der Drache ist, welcher letztendlich für eine wohlige Atmosphäre im Zuhause sorgt. Das kann aber auch eine ganz gewöhnliche Zimmerpflanze sein.“ Als Ordnungscoach untersucht Karin, welchen Einfluss unser Zuhause auf unseren Alltag und auf uns selbst hat. „Man wird sich mit der Zeit bewusster über den eigenen Besitz und mit was man sich umgeben muss. Auch wenn man es schon lange in den Keller verfrachtet hat.“, sagt Karin.
Was ist der Unterschied zu Ordnung und Feng Shui?
Karin erklärt uns, dass Ordnung ein Teil vom Feng Shui ist. Mit Ordnungstechniken, lassen sich die „Gerümpel des Alltags“ ganz einfach und schnell aus dem Weg räumen und sorgen für ein harmonisches Wohn- und Raumgefühl sowie langfristig für mehr Leichtigkeit und lang anhaltende Glücksgefühle. „Wenn du dein Gerümpel behältst, wirst du auch immer Belastungen haben. Im Grunde geht es auch nicht um die Ordnung an sich, sondern um das Bewusstsein, was man hat und was man braucht.“
Feng Shui ist nach Definition die Lehre der Energie und kommt ursprünglich aus Asien. Aber auch in Europa sind ganze Städte schon lange nach Feng Shui erbaut. Bekannt ist das Thema im Westen schon länger, als wir vermuten. Es ist ein selbstverständlicher und bislang unbenannter Bestandteil der Architektur und Bauplanung. „Wenn wir genau hinsehen, findet sich zum Beispiel in jeder Stadt eine Strasse, welche durch die ganze Stadt führt und meist ihren Ursprung an einer natürlichen Energiequelle hat. Wie in Zürich die Bahnhofsstrasse vom Zürichsee ausgehend. Positive Energie, auch „Chi“ = Lebensenergie im Feng Shui genannt, führt vom Wasser in die Stadt. Meist führt diese Strasse zu einem grösseren Platz, wo sich die geballte Energie sammelt, beruhigt und verlangsamt und dann weiter fliesst. Das ist Feng Shui. Nur benennt es keiner so und es wird als selbstverständlich und gewöhnlich betrachtet.“, erklärt sie uns schmunzelnd.
Wie kann Feng Shui beim Verkauf der Immobilie nützlich sein?
Der Verkauf der eigenen Immobilie bedeutet auch gleichzeitig ein Neuanfang. Ein neuer Lebensabschnitt steht an. Pensioninerung, Vererbung, Scheidung, Umzug in eine kleinere oder grössere Immobilie, in eine Mietwohnung oder eine lange Reise, können Gründe dafür sein. Da stellt sich in den meisten Fällen auch die Frage: „Was möchte ich in meinen neuen Lebensabschnitt mitnehmen und was gehört überhaupt zu mir?“ Zu einem Neuanfang gehört auch Loslassen von Altem. Bestenfalls macht man sich die Veränderung zu Nutze, sich gründlich zu überlegen, mit was man die Kisten für die Zukunft füllen möchte.
Nachdem man sich also entschlossen hat, das Eigenheim zu verkaufen, lohnt es sich nach einem 3-Schritte-Modell nach speziellen Ordnungstechniken und Feng Shui vorzugehen:
1. Ziele setzen
Aller Anfang beginnt mit einem Ziel. Sich folgende Fragen zu stellen, kann hier sehr hilfreich sein: „Was erwarte ich vom Wechsel meines Wohnraums?“, „Was erwarte ich vom neuen Lebensabschnitt?“. Bei einer Scheidung, möchte man zum Beispiel zukünftig mehr Ruhe spüren. „Was möchte ich im neuen Lebensabschnitt noch dabei haben?“. Wer sein Ziel nicht kennt, kann schwer entscheiden, was er loslassen oder behalten möchte. Also ist es hilfreich, sich im ersten Schritt zu überlegen ,was man möchte, welche Erwartungen man hat und ob die Gegenstände noch in den neuen Abschnitt passen oder mehr beschweren, als erleichtern.
2. Umsetzen
Dort anfangen, wo es leicht fällt. Raum für Raum vorgehen. So, dass man nicht das ganze Haus vor Augen hat. Wichtig ist auch, sich am Anfang einen Raum mit Gegenständen vorzunehmen, zu denen man nur wenig emotionalem Bezug hat. Dafür eignet sich in den meisten Fällen die Küche sehr gut. Es bringt sehr viel, den Prozess in kleine Stücke aufzuteilen, um nicht alles auf einmal erledigen zu müssen. Zum Beispiel eine Stunde pro Tag für eine Einheit. Der leichte Teil am Anfang, die emotionalen Gegenstände am Ende, da es hier in der Regel schwerer fällt loszulassen.
3. Entscheidungen treffen
Im letzten Schritt ist es wichtig, Entscheidungen zu treffen. Nur so kann man die Dinge loslassen, welche zukünftig nur unnötig belasten. Dazu wird empfohlen, sich jeden Gegenstand einzeln und im Detail anzuschauen. Wichtig dabei ist es, sich zu hinterfragen, ob der jeweilige Gegenstand noch glücklich macht oder Freude bringt. Benötigt man diesen wirklich noch? Dient der Gegenstand einem Zweck in der Zukunft? Natürlich gibt es in allen Fällen auch ganz typisch rationale Dinge, wie Küchengeräte, die teilweise notwendig sind. Aber auch hier gilt: Weniger ist mehr.
Man sollte sich für den Prozess so viel Zeit nehmen, wie man benötigt. Hier gibt es keine Regel oder Norm. Denn am Ende sollte es ein schöner Abschied sein. Man verbindet viele Emotionen, Erinnerungen, Erfahrungen und Erlebnisse mit der Immobilie.
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Tipps für Verkäufer
Feng Shui steht in direkter Verbindung zum Raum und hat Auswirkungen auf das Gefühl zum Raum. Hier zählt der erste Eindruck. So kann beim Verkauf von Immobilien besonders bei der Besichtigung, mit einfachen und wenigen Tricks aus dem Ordnungscoaching ein direkter Einfluss auf den Entscheidungsprozess der InteressentInnen genommen werden:
- Versetze dich in die Lage der InteressentInnen. Wie sehen die Räume für fremde Augen aus?
- Bleibe in der Einrichtung möglichst neutral. Zeige nur wenig private Gegenstände. Damit lässt du den InteressentInnen genügend Raum für die eigene Vorstellung.
- Helle Vorhänge, Lampen und andere natürliche Dekoelemente können gerne stehen bleiben, damit die notwendige Wärme im Raum erhalten bleibt. Möbel lassen die Räume zusätzlich sehr wohnlich wirken. Es gilt folgende Faustregel: „Neutral und clean bleiben.“
- Frisch gelüftet. Düfte haben einen grossen Einfluss auf die Entscheidung der potenziellen Käufer. Frische Düfte, wie Zitrone, Grapefruit sowie alle neutralisierende Duftmischungen, eignen sich hier sehr gut. Blumige und andere extreme Düfte sollte man vermeiden. Auch hier gilt: Weniger ist mehr.
- Elemente, wie Balken oder Säulen, können eine einengende Wirkung haben. Hier ist es hilfreich mit einer Beleuchtung, welche nach oben ausleuchtet oder Pflanzen, welche nach oben wachsen, zu arbeiten. Diese nehmen den Elementen die Schwere und erzeugen ein offenes Raumgefühl.
- Falls der Verkauf mit schmerzhaften oder negativen Emotionen verbunden ist, empfiehlt es sich, jemand Externes die Besichtigungen durchführen zu lassen. Jede negative Emotion überträgt sich auch auf die KaufInteressentInnen. Die eigene Ausstrahlung hat schlussendlich eine grosse Wirkung und hinterlässt Spuren im Gesamteindruck der Immobilie.
Tipps für Käufer
Auch im Kaufprozess, kann ein Blick in die Feng Shui Lehre bei der Entscheidungsfindung helfen. Vor allem lässt sich damit abzuwägen, ob das Objekt langfristig zu den eigenen Bedürfnissen passt und Potenzial zur persönlichen Wohlfühloase hat. In der aus Asien stammenden Lehre heisst es: „Alles hat eine geballte Energie“. So wird geraten, bei der Besichtigung das Objekt sowie auch Umgebung und das zugehörige Quartier genauer unter die Lupe zu nehmen. Folgende Leitfragen helfen dabei:
- Passt das Gebäude und die Umgebung zu meinen Bedürfnissen und meinem Charakter?
- Wie fühle ich mich in den Räumen und welche Wirkung haben diese auf mich?
- Sind vorhandene Sträucher und Bäume im Garten gesund? Viel befallenes Grün spricht für einen schlechten Gesamtzustand des Grundstücks.
- Ist die Hauswand mit Pflanzen bewachsen? Dicht überwachsene Hauswände bringen Feuchte und Kälte ins Haus.
- Wie ist der Lärmpegel?
- Gibt es eine Strasse, die auf das Haus zuläuft? Solche Strassen übertragen Unruhe aufs Gebäude. Sträucher und Bäume vor dem Haus, können diesen Fluss brechen und beruhigen.
- Entspricht das direkte Umfeld meinen Vorstellungen? Hier auch auf die Altersstruktur achten.
- Wie ist die Nachbarschaft? Falls möglich, kann ein Small Talk hier einen guten ersten Eindruck liefern.
- Ist der Weg zur Nachbarschaft offen oder durch z.B. eine Hecke geschlossen? Passt das zu meinem Charakter?
- Tipp für Familien mit Kindern: Ein Besuch auf dem Spielplatz kann hilfreich sein, um Menschen und Umfeld nah zu erspüren und zu erleben.
Tipps für die Einrichtung
Hier gibt es keine allgemein gültigen Empfehlungen, da der Wohnraum speziell von einem Experten angeschaut werden muss, um konkrete und individuelle Anweisungen geben zu können. Für einen kleinen Einstieg kann man jedoch wie folgt vorgehen:
- Was möchte man wirklich in das eigene Haus oder die eigene Wohnung stellen? Wie soll es sich anfühlen?
Welche Energie soll es ausstrahlen? Welche Auswirkungen haben die jeweiligen Gegenstände alleine und in Kombination auf meine Stimmungslage im Alltag? Es empfiehlt sich, nach diesen Leitfragen nochmals auszumisten und wirklich nur das aufstellen, was dem eigenen Wohlgefühl entspricht. - Ruhezonen sollten nicht zwischen Tür und Fenster sein (zB. Bett und Sofa) sein. Nicht direkt im Durchgang. Warum? Weil an diesen Plätzen sehr viel Bewegung stattfindet. Wenn möglich, dort Möbel, wie Schreibtisch oder Esstisch aufstellen oder einen Hobbyplatz einrichten. So macht man sich die aktive Energie, welche in diesen Zonen dominiert, positiv zu Nutze.
- Einengende Elemente, wie Balken, Säulen und Dachschrägen nach oben ausleuchten oder mit Kletterpflanzen dekorieren. Das wirkt auf den Raum offener, grösser und freundlicher.
- Dunkle Ecken unbedingt mit einer Lichtquelle versehen, damit kein „toter Raum“ entsteht und der Gesamtfluss der Energie stimmt. Jeder unterbrochene Fluss hat direkte Auswirkungen auf das Wohlgefühl im Raum.
- Beim Arbeitsplatz sollte die Tür nicht im Rücken sein, weil das eher ein unsicheres Gefühl vermittelt und Unruhe erzeugt. Daher von Anfang an einen Arbeitsplatz schaffen, der den Blick in den Raum ermöglicht. Laut Feng Shui fördert das dauerhaft die Konzentration.
- Beim Schlafplatz darauf achten, dass am Kopfende eine direkt angrenzende Wand oder ein Kopfteil vorhanden ist. Das sorgt für einen besseren Schlaf.
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Frühlingsputz
Mit dem Frühling kommen auch Bedürfnisse, wie Ausmisten, Aufräumen, Loslassen und Neubeginn in uns zum Vorschein. Diese Gefühle kennen wir alle. Wie beim Fasten, der inneren Reinigung, ist auch der Frühlingsputz ein tolles Ritual, um wieder Frische und aktivierende Energie in den Wohnraum zu bringen. Die nach dem Winter aufstrebende Energie ist in jedem Haushalt zu spüren. Speziell ist damit die Zeit nach dem Februar gemeint, lat. auch „februa“ genannt, was übersetzt so viel wie „Reinigung“ bedeutet und im römischen Reich auch der direkte Name der berühmten Reinigungsfeste war.
Bewegung ins Spiel bringen
Alles was länger und über den Winter kaum bewegt oder angefasst wurde, darf jetzt auf direktem Wege unbedingt auf den Kopf gestellt, sprich angefasst, umgedreht und abgestaubt werden. Auch hier empfiehlt es sich, gleichzeitig zu überlegen, was man noch benötigt und ggf. aussortieren kann.
Viele nutzen den Jahreszeitenwechsel dazu, die verstaubte Frühjahrsdeko auszukramen. Keine schlechte Idee. Denn das wertet den eigenen Wohnraum auf und gilt auch als besonderes Ritual, das Zuhause wertzuschätzen. Zusätzlich eignen sich frische Blumen besonders dazu, eine positives Raumgefühl zu erzeugen. Viele haben jetzt auch das Bedürfnis nach helleren und frischen Farben. Mit dem Wechsel der Dekoration eine schöne Möglichkeit für einen einfachen Farbwechsel.
Ein spezielles Frühlingsthema ist die eigene Garderobe. Jetzt lohnt es sich besonders zu hinterfragen, was man im Winter wirklich noch an Kleidung getragen hat und was nicht. Bevor die Kiste mit den gleichen Kleidungsstücken wie im Vorjahr wieder im Keller oder auf dem Dachboden landet, sollte man jetzt unbedingt radikal loslassen, damit wieder Platz für Neues entstehen darf. Was man in den letzten zwölf Monaten nicht getragen hat, wird man in Zukunft auch nicht mehr anlegen.
Beim Kleiderschank hat Karin noch eine besondere Empfehlung: Eine spezielle Falttechnik, welche die Teile schnell in kleine Päckchen formen lässt. Anschliessend werden die Stücke vertikal und sortiert nach Farben im Schrank oder in eine Schublade aufgestellt (Siehe Bilder). Diese Technik verwendet auch die durch ihre besonderen Ordnungstechniken und über Netflix weltweit bekannte Marie Kondo. „Die Technik ist so besonders, weil die Kleidung damit deutlich weniger Platz braucht, eine bessere Übersicht bringt und die Nutzung im Alltag vereinfacht. Die gewünschte Kleidung lässt sich so schneller finden, ein- und ausräumen.“, zeigt uns Karin direkt am Praxisbeispiel.
Fazit
Abschliessend ist zu sagen, dass schon mit Beachten von kleinen Tipps aus dem Ordnungscoaching sehr viel mehr Wohlgefühl in den eigenen vier Wänden erzeugt werden kann. Auch beim Verkauf von Immobilien ermöglichen einfache Tricks, das Vorstellungsvermögen der zukünftigen KaufInteressentInnen zu unterstützen.
Wer sich hier gerne eine Beratung im Detail wünscht, dem ist ein Coaching bei Karin Stäbler von freiRAUMheit zu empfehlen. Mehr über Karin und ihre Arbeit erfahrt ihr auf ihrer Webseite: https://www.freiraumheit.com/.
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